Die DEAG Deutsche Entertainment AG wechselt an der Spitze. Markus Breitenecker, 57 Jahre, tritt am 1. November 2026 in den Vorstand ein und übernimmt dessen Vorsitz; der 63-jährige Detlef Kornett verlässt das Unternehmen zum 31. Dezember.
Der Wechsel wurde am 29. September in einer Mitteilung des Unternehmens bekannt gegeben. Breitenecker erwirbt außerdem eine Beteiligung am Kapital von DEAG: Der Anteil wurde nicht veröffentlicht. Er kommt von der ProSiebenSat.1 Media SE, wo er Vorstandsmitglied und Chief Operating Officer war. Tobias Buck, Vorsitzender des Aufsichtsrats, stellte ihn als erfahrenen Manager aus der Medien- und Entertainmentbranche vor. Kornett scheidet nach 13 Jahren im Vorstand aus: Co-CEO seit 2023 und Vorstandsvorsitzender seit 2024. Die Mitteilung nennt keinen weiteren Grund für seinen Abgang. Derselbe Text bezifferte den Umsatz 2025 auf rund 490 Millionen Euro, den höchsten in der Geschichte des Konzerns.
Die am 31. August veröffentlichte Halbjahresbilanz beschreibt das Geschäft, das der neue Vorstandsvorsitzende übernimmt. Umsatz von 157,4 Millionen Euro zwischen Januar und Juni, gegenüber 155,4 Millionen im gleichen Zeitraum 2025. EBITDA von 6,5 Millionen, gegenüber 6,6. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz „deutlich über 400 Millionen Euro"; diese Prognose setzt keine Obergrenze.
Die Zahl, die das Unternehmen ausmacht, steht in derselben Bilanz. Bis Ende Juni hatte DEAG mehr als 6 Millionen Tickets für Veranstaltungen 2026 und 2027 verkauft, und der Großteil davon lief über die eigenen Ticketing-Plattformen: myticket.de, myticket.at, myticket.co.uk und gigantic.com. Das ist kein Veranstalter, der eine Ticketing-Firma beauftragt. Das ist ein Veranstalter, der zugleich die Ticketing-Firma ist.
Genau darin liegt die Lektion für alle, die entscheiden, über wen sie verkaufen. Auf dem deutschen Markt ist das nicht der einzige Fall, in dem Veranstalter und Eigentümer des Vertriebskanals dasselbe Unternehmen sind: In den Zahlen von CTS Eventim werden Ticketing und Live-Geschäft getrennt ausgewiesen — ein anderes Unternehmen, andere Zahlen. Umso mehr lohnt es sich für Veranstalter, die Bedingungen von Eigenvertriebsprodukten genau zu lesen, etwa die Gebühren pro Ticket bei Eventim Light. Am anderen Ende desselben Marktes finanzieren sich kleine Clubs über den Euro pro Ticket des Club-Euro.
Breitenecker führt das Unternehmen ab dem 1. November; Kornett bleibt bis Jahresende an Bord. Der neue Vorstandsvorsitzende kommt aus dem Mediengeschäft, nicht aus dem Live-Geschäft. Zwei Dinge sind noch offen: wie viel Kapital er erwirbt und was er mit einem eigenen Vertriebskanal vorhat, der bereits den Großteil des Volumens abwickelt.